Missionary-Minded Congregations are Fruitful and Full of Life

Missionarische Gemeinden bringen Frucht und sind lebendig

Klaus Rösler - July 01, 2010

Prag – Die Kirche bringt Frucht und ist lebendig, wenn sie sich missionarisch engagiert. Dreht sie sich dagegen nur um sich selbst, wird sie langweilig und unbedeutend. Das ist das Fazit einer Missionskonferenz der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) im Juni in Prag. An ihr beteiligten sich 30 Fachleute aus 22 Baptistenbünden Europas, dem Nahen Osten und Zentralasiens.

Der deutsche Missiologe Prof. Michael Kißkalt vom Theologischen Seminar Elstal (bei Berlin) unterstrich die Notwendigkeit, dass Christen sich um Arme kümmern. Sie brauchten beides, sowohl praktische Taten der Nächstenliebe wie auch das Evangelium durch das gesprochene Wort. Kißkalt schilderte seine Erfahrungen sowohl aus der deutschen Hauptstadt Berlin wie auch aus seiner Tätigkeit als Missionar in Kamerun von 1995 bis 1999. Er sei nie nur Gebender gewesen, sondern immer auch Empfangender. In Kamerun sei er tief beeindruckt gewesen davon, wie die Armen trotz ihrer Not Feste gefeiert hätten. Und in Berlin habe er im Umgang mit Obdachlosen gelernt, dass man als Christ nicht unbedingt in einer Wohnung und bürgerlich leben müsse.

Ian Bunce (Didcot), Leiter der Missionsabteilung des britischen Baptistenbundes, erläuterte das neue Missionsprogramm „Crossing Places“ (Kreuzungen). Es enthält viele Hinweise, wie sich die Wege von Christen mit jenen Menschen kreuzen können, die nicht an Jesus Christus glauben. Christen müssten ihre Gemeinden verlassen, um die Menschen um sie herum für das Evangelium von Jesus Christus zu gewinnen.

In der Aussprache wurde deutlich, dass vor allem Baptisten aus ländlichen Regionen in Osteuropa nicht davon überzeugt sind, dass zwischen dem Leben der Baptisten und dem der Nichtchristen eine große Kluft zu überbrücken ist. Dies gelte vor allem für jene Regionen, in denen die Baptisten die Mehrheit eines Ortes stellten.

Auf dem Treffen wurden zahlreiche praktische Modelle vorgestellt, wie Baptisten in vielen Regionen Europas in ihre Umgebung hineinwirken. In Georgien haben sie etwa Gesundheits- und Sozialdienste ins Leben gerufen, um den Armen und den Opfern des letzten Konflikte mit Russland 2008 beizustehen. In der serbischen Hauptstadt Belgrad bietet das Hilfswerk „Brot des Lebens“ Hilfen für Bürgerkriegsflüchtlinge und Menschen in Not. Rumänische Baptisten in Arad haben Waisenkinder, die bislang in Heimen aufwuchsen, in ihre Familien aufgenommen. Der Baptistenbund in der Ukraine, die selbst unter der Auswanderungen von Mitgliedern in den Westen leidet, sucht nach Hilfsangeboten für ältere Mitglieder. Baptisten in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen haben die postmoderne „Nachtkirche“ ins Leben gerufen, als Angebot zwei mal im Monat für Aktive und Besucher des Nachlebens der Stadt. Baptisten in Norwegen unterstützen Flüchtlinge aus Birma/Myanmar in ihrem Land. Ferner wurde bekannt, dass es in Tschechien ein immer größeres Netzwerk russischsprachiger Gemeinden gibt, das ebenfalls praktische Hilfe für das Einleben im Land anbietet.

Diskutiert wurde auf dem Treffen auch über die Frage, wie eine Kirche es schaffen kann, nicht immer nur den Opfern ungerechter Strukturen zu helfen, sondern wie sie ihre prophetische Stimme so erheben kann, dass ungerechte Strukturen überwunden werden.

Mit großer innerer Anteilnahme hörten die Teilnehmer der Tagung einen Bericht aus der Baptistengemeinde in Bagdad. Wegen der Allgegenwart von extremistischen Gruppen versammelt sich die Gemeinde nur noch an einem einzigen, sicheren Ort in der Stadt. Trotz der Gefahr wachse die Gemeinde.

Die nächste Missionskonferenz der EBF wird sich vom 7. bis 10. Juni 2011 in Elstal mit der Frage befassen, auf welchen Wegen Baptisten und Muslime einander begegnen können.

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