The Churches’ Task: To strengthen Europe

Aufgabe der Kirchen: Europa stärken

Klaus Rösler - December 15, 2011

P r a g – Die in Europa länderübergreifend vertretenen Kirchen tragen eine Mitverantwortung dafür, dass Europa gelingt. Das erklärte der Präsident der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF), Hans Guderian (Berlin), bei einem Treffen leitender EBF-Mitarbeiter am 5. Dezember in Prag am Sitz dieses Dachverbandes von 57 Baptistenbünden mit insgesamt 850.000 Mitgliedern in Europa und dem Nahen Osten. Diese Kirchen und Freikirchen, wie etwa auch die Baptisten, müssten dafür sorgen, dass Europa jenseits der Diskussion um die Finanz- und Wirtschaftskrise mit Leben erfüllt werde. Wenn sich die Kirchen über die Grenzen hinweg engagierten, könne zugleich der Gefahr eines neuen „Nationalismus“ gewehrt werden. „Wir müssen uns gegenseitig erzählen, wie gut uns Europa tut“, regte Guderian an. Man könne nicht länger davon ausgehen, dass in den Kirchengemeinden das Wissen vorhanden sei, welche Vorteile eine Kontaktaufnahme über Ländergrenzen hinweg bringe. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei etwa für Politiker wie den ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876 - 1967) und den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle (1890 – 1970) die Aussöhnung ihrer verfeindeten Nationen ein Herzensanliegen gewesen. Und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 sei es den Menschen in Ost und West darum gegangen, sich auf der Basis von Freiheit und Demokratie besser kennen zu lernen. Doch heute, 20 Jahre später, sei dieses Bewusstsein verloren gegangen. „Frieden, Versöhnung, Gemeinschaft – das sind wichtige Werte, für die wir immer wieder neu eintreten müssen“, mahnte Guderian. Sie müssten an der Gemeindebasis gelebt werden und dürften nicht auf Funktionäre beschränkt bleiben. Er regte an, zwischen Ländern stärker als bisher üblich Gemeindepartnerschaften ins Leben zu rufen, um sich besser kennen zu lernen. Hilfreich seien auch internationale Begegnungstreffen in den Ferien, damit die Christen einen Blick dafür erhalten, wie Gott in anderen Nationen wirkt: „Europa – das dürfen wir nicht allein den Politikern überlassen.“

Der EBF-Generalsekretär Tony Peck (Prag/Bristol) unterstrich in dem Zusammenhang die Bedeutung des Internationalen Baptistischen Theologischen Seminars (IBTS) in Prag. Hier lernten sich Studenten aus ganz Europa während ihres Studiums kennen. Diese Kontakte hielten bei den meisten ihr ganzes Leben über. Umso mehr bedauerte Peck, dass dieses zentrale Ausbildungsinstitut der Baptisten in Europa einer unsicheren Zukunft entgegengehe, weil es in eine finanzielle Schieflage geraten ist.

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